Kritik: Spiel mir das Lied vom Tod (Amerika-Trilogie 1)

»... Gehre gibt sich nicht damit zufrieden, einen einfachen Western zu inszenieren oder in Klischees zu überhöhen ... [So] gelingt Gehre eine ungewöhnlicher Vorstoß ins Herz eines US-amerikanischen Mythos. Und ein Vorstoß in Richtung der Ursprünge des Kapitalismus, der ihn weder verteufelt noch vergöttert – sondern als Fakt feststellt.«  (Jan Fischer)
nachtkritik   4. November 2017


»... Das Böse verliert hier nicht, weil es böse ist. Sondern weil es unproduktiv ist. Gehre gelingt es in seiner unterhaltsamen Parallelität aus puppig abgefilmten Bühnendetails und markigen Darstellern, den Fokus des poetisch-pathetischen Spät-Westerns auf einen Epochenwechsel zu verschieben: Es war einmal im Westen, dass der Kapitalismus gegen allerlei destruktive Männerrituale seinen rationalen Siegeszug begann ...«  (Martin Jasper)
Braunschweiger Zeitung   6. November 2017


»... Regisseur Klaus Gehre hatte keine dicken Dollarbündel und auch nur eine ziemlich kleine Spielfläche in der Rotunde des hundert Zuschauer fassenden „Aquarium“. Dafür aber Ideen und Visionen, die skurril und schlüssig aufgingen ... eine begeisternde Spielform ... eine mutige, unterhaltende und stimmig inszenierte Aufführung, die mehr Tiefgang aufblitzen ließ als das filmische Original-Meisterwerk.«  (Klaus Knodt)
Braunschweiger Spiegel   6. November 2017


»... Das ist tatsächlich mehr als ein nachgespielter Filmklassiker, mehr auch als ein Spiel mit Livekamera. Hier erstehen neue Realitäten, ein Bühnenanimationsfilmübergang, in dem verschiedene Zeiten und Realitätsformen ineinanderfließen. Die multimediale Wahrnehmungsverunsicherung erbringt den eindrucksvollen Beweis, dass gerade in solchen Kontexten der Schauspieler Dreh- und Angelpunkt der Aufführung bleibt ...«  (Gunnar Decker)
Theater der Zeit   Januar 2018